Sprachreisen und Sprachschulen Tipps und Tricks mit denen man jede Sprache lernt

17Aug/150

Interview mit Christine K. – Teil 2

Liebe Christine, in Deinem Buch „Sprachen Lernen – Tolle Tipps und Tricks“ gibst Du viele hilfreiche Tipps, wie man am effektivsten eine Fremdsprache lernt. Kannst Du uns die Wichtigsten daraus zusammenfassen?

  • Warum lernst du?K640_shutterstock_74943355

Lernst du, weil du das selbst möchtest oder weil zu dem Zeitpunkt des Kurses dein Ehepartner beim Kartenspielen ist oder die Nachbarin möchte, dass du zum Französischkurs mitgehst? Setze dich hin und schreibe Gründe auf, die wichtig genug sind, ein solches Projekt durchzuziehen. Sind es auch tatsächlich deine eigenen Gründe? Nur weil dein Partner Englisch lernt, muss das nicht dein erklärtes Ziel sein. Wenn du dein Ziel gefunden hast, dann formuliere es genau.

  • Konzentriere dich auf Wichtiges

Viele Menschen lassen sich zu sehr von Nebensächlichkeiten ablenken. Sie lernen 40 Fischsorten, obwohl sie gar keinen Fisch essen. Sie prägen sich 30 Ausnahmen einer Regel ein, ohne die Grundregel zu kennen. Ich finde es wichtig, von bekannten und wichtigen Inhalten in Richtung unbekannter Inhalte zu gehen und nicht umgekehrt. Konzentriere dich auf das Wesentliche. Kein Mensch braucht am Anfang 12 Vergangenheitszeiten! Später übrigens auch nicht.

  • Sei selbst für dein Lernen verantwortlich

Niemand kann dir das Lernen abnehmen, selbst der beste Lehrer nicht. Also bist du auch selbst für den Lernprozess und den Erfolg verantwortlich. Lehrer können dir nur Hilfestellung bieten und dir Vorschläge unterbreiten. Lernen musst du selbst.

  • Finde für dich die perfekte Methode

Probiere immer wieder verschiedene Techniken, Tricks und Methoden aus, auch wenn sie dir abwegig oder seltsam erscheinen. Sei unvoreingenommen anderen Lernformen gegenüber und bleibe dann bei einer Methode, wenn sie für dich perfekt geeignet ist.

  • Rede immer, aber auch immer positiv mit dir selbst!

Lobe dich selbst für das, was du tust. Wenn dir ein Freund von seinen Spanisch-Lern-Bemühungen erzählen würde, würdest du ihm doch auch Mut zusprechen und ihn bei seinem Vorhaben unterstützen.

  • Schreibe ein Motivationstagebuch

Betrachte immer wieder, was du schon alles erreicht hast. Viele Menschen schauen nämlich eher auf das, was sie noch nicht können – das ist demotivierend und erzeugt nur Frust und schlechte Laune. Schreibe lieber ein Motivationstagebuch. Dort befinden sich motivierende Sprüche, die Dokumentation bereits erreichter Ziele, Urlaubsfotos, Briefe von Freunden mit Lobeshymnen auf deine Sprachkenntnisse und ähnliches.

  • Lies motivierende Bücher und Blogartikel.

Das können Biografien sein oder Blogartikel, die sich mit „deinem“ Thema beschäftigen – noch besser ist es, wenn diese in deiner Lernsprache abgefasst sind.

  • Suche dir Vorbilder und Lernpartner.

Kennst du jemanden, der deine Lernsprache spricht? Was macht diese Person beim Lernen richtig? Warum klappt es bei ihr so gut? Vielleicht steht sie dir ja mit Rat und Tat zur Seite –Fragen kostet nichts!

  • Wechsle beim Lernen ab und binde deine Hobbys ins Lernen ein.

Wenn du ein Motivationstief hast, bringe ein bisschen mehr Abwechslung in dein Lernen, etwa durch einen Tapas-Kochkurs oder durch einen Frankreichurlaub (ein Reiseführer oder Bildband tut es auch, es kommt natürlich auf dein Budget an). Kaufe dir Zeitschriften zu deinem Hobby, natürlich in der entsprechenden Sprache. Als E-Paper über das Internet ist das heutzutage ganz einfach.

  • Vergleiche dich nie mit anderen Menschen.

Kannst du eine perfekte Sachertorte backen? Nein? Kannst du so gut kochen wie deine Mutter? Nein? Kannst du so gut Gitarre spielen wie dein Nachbar? Nein? Und hörst du jetzt auf mit diesen Tätigkeiten? Sicher nicht. Jeder hat eine andere Vorgeschichte, so dass du nie sagen solltest: „Aber Herr XY kann schon viel besser sprechen als ich!“ Es gibt auch Köche, Musiker, Sportler und viele andere Personenkreise, die etwas besser können als du, aber deshalb gibt du die jeweiligen Tätigkeiten auch nicht auf, oder? Oder gehst du etwa nicht Bergwandern, Laufen, Radfahren, spielst Klavier oder Gitarre, bäckst Kuchen, kochst für Freunde? Na also. Warum sollte es bei Sprachen anders sein?

  • Lerne aus Neugier und mit Freude!

Gehe mit Interesse und Freude an das Lernen heran. Frage ich immer: Was kann ich heute, was ich gestern noch nicht konnte? Was will ich morgen können? Und lerne aus Neugier, Spaß und Freude! Sprache kann, darf, soll und muss Spaß machen!

  • Nicht zu vergessen natürlich der letzte Punkt: Verreise!

Nutze die Sprache bei deinen Auslandsaufenthalten. Sprich mit den Menschen, knüpfe Freundschaften, lerne, genieße und freue dich über und an deinen Erfolgen. Und klopfe dir von Zeit zu Zeit auf die Schulter.

Vielen Dank für Deine super Tipps!

20Jul/150

Interview mit Christine K. – Teil 1

Christine K. ist Sprachlehrerin, Bloggerin und Autorin des kürzlich erschienenen Buches "Sprachen Lernen - Tolle Tipps und Tricks“. Sie unterstützt Menschen durch Unterricht und Coaching dabei, selbstbestimmt und erfolgreich ihr volles sprachliches Potential in Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Latein zu entfalten und vor allem in die Praxis umzusetzen. Ihr Ansatz beim Lehren und Lernen ist die Begeisterung und die Leidenschaft für die Sprache selbst - damit Lerner langfristig motiviert bleiben und mit Freude ihren Zielen näherkommen. Dieses Ziel verfolgt auch ihr Blog "Sprachenlernen leicht gemacht" und ihr Buch, damit Pauken und langweiliges Sprachenlernen der Vergangenheit angehört!

  1. Liebe Christine, was begeistert Dich an Fremdsprachen generell und welche Sprache liegt Dir besonders am Herzen?

Christine Konstantinidis 4„Mich begeistern an Fremdsprachen mehrere Aspekte. In der Schule war das Lernen für mich der Horror, das Pauken von Grammatikregeln und von Vokabellisten war nie meine Sache. Lieber probierte ich meine damals noch sehr dürftigen Englischkenntnisse schon in der 6. Klasse an Brieffreunden aus verschiedenen Ländern aus. Später kam noch Französisch dazu, allerdings wurde das schulische Lernen nicht besser. Viel mehr konnte ich mit dem Klang der Sprachen, der Mimik und Gestik, den Menschen, der Kultur und den Freundschaften mit den Menschen anfangen und stellte mir immer wieder die Frage: Gibt es nicht auch einen anderen Weg als das klassische Pauken in der Schule? Als ich selbstständig und eigenverantwortlich über mein Lernen entscheiden konnte, entdeckte ich meine wahre Passion – eben die Sprachen. Mir gefällt es, die Länder nicht nur als normaler Tourist zu bereisen, sondern mit den Menschen in Kontakt zu treten, Filme sehen und Bücher lesen zu können. Meine italienischen, französischen und sonstigen Freundschaften pflege ich genauso wie meine deutschen und finde es großartig, an deren Leben teilhaben zu können. Besonders am Herzen liegt mir natürlich Italienisch, da das die Sprache ist, die ich auch am häufigsten beruflich brauche, aber momentan lerne ich auch mit großer Begeisterung Spanisch. Durch die Sprachen erschließt sich eine ganz neue Welt.“

  1. Wie viele Sprachen sprichst Du und wie schaffst Du es, dass Du sie nicht durcheinander bringst?

„Ich spreche Englisch, Französisch und Italienisch fließend, Spanisch lerne ich gerade und bin auf einem guten Weg – eine Unterhaltung mit meinem Lehrer Yeri ist möglich, aber noch lange nicht perfekt. Latein musste ich schon einmal in der Schule lernen, habe es dann aber wieder komplett vergessen und es dann vor einigen Jahren noch einmal als Erwachsene gelernt. In Portugiesisch und Niederländisch habe ich lediglich Grundkenntnisse, denn bei diesen beiden Sprachen interessiert mich nur die Sprachstruktur, so dass ich nur ab und zu ein bisschen Grammatik übe und mir Vokabeln aneigne.

Natürlich verwechsle ich Wörter oder Grammatikstrukturen manchmal, vor allem bei so ähnlichen Sprachen wie Italienisch und Spanisch, aber das wird sich nie ganz vermeiden lassen. Ich versuche, die beiden Sprachen nicht hintereinander zu lernen oder zu verwenden, sondern immer etwas Anderes dazwischenzuschieben. Und außerdem ist es überhaupt nicht schlimm, mal ein italienisches Wort im Spanischen zu verwenden – die Hauptsache ist, dass der Gesprächspartner einen versteht.“

  1. Was ist Deiner Meinung nach das wichtigste beim Erlernen einer neuen Sprache?

„Beim Erlernen einer neuen Sprache gibt es im Wesentlichen drei wichtige Punkte:

  • Du solltest dir ein Ziel setzen. Dieses Ziel sollte natürlich dein eigenes Ziel sein und nicht das des Ehemannes oder der Nachbarin – nur weil der Ehemann Spanisch lernt, musst du selbst K640_Schilderdas nicht auch tun. Wenn dein Ziel dann feststeht, dann sollte es genau definiert werden.
  • Diese Definition ist Punkt 2. Du solltest aufschreiben, was du erreichen möchtest, am besten mit Terminvorgabe. Dein Ziel sollte machbar, messbar und genau bestimmt sein, beispielsweise: Bis zum nächsten Urlaub im September lerne ich die nötigen Vokabeln des Grund- und Aufbauwortschatzes der Themenbereiche „Bar“, „Restaurant“, „Hotel“, „Wegbeschreibungen“ und „Einkaufen“.
  • Der dritte Punkt ist der Wichtigste. Es hilft dir nichts, alles aufzuschreiben und festzulegen, wenn du nicht tätig wirst. Also: Du musst anfangen. Wenn Zielkorrekturen nötig sind, kannst du diese immer noch machen.

In Kurzform also: Ziel setzen – Ziel genau definieren – Anfangen“

Vielen Dank für Deine Zeit und Mühe bei der Beantwortung! Im 2. Teil geht es weiter mit tollen Tipps zum Erlernen einer Fremdsprache.